Über uns

Urs*ix – Konzeptionelle Grundlagen

Die Projektgruppe „Urs*ix“ besteht derzeit aus 18 Erwachsenen und 11 Kindern. Unsere zentrale Verbindung ist unsere gemeinsame Liebe zum Stadtteil Stühlinger, in dem wir alle wohnen (oder gewohnt haben), in dem unser soziales Umfeld ist und den wir folglich auch durch unsere Projektinitiative für das Gebiet Kleineschholz in Richtung eines sozial und kulturell vielfältigen und offenen Stadtteils aktiv mitgestalten wollen. Entsprechend setzt sich unsere Gruppe aus Menschen mit vielfältigen Hintergründen zusammen.

Wir repräsentieren verschiedene Wohnformen von Kleinfamilien über WGs zu Singlewohnungen und nehmen Diversität in unserem geplanten Haus ernst. Wir sind auch hinsichtlich der Alterszusammensetzung sehr vielfältig (von 0 bis 45 Jahren) und wollen dies bei der Planung und Gestaltung des Hauses unbedingt berücksichtigen. Ähnlich wie in den Bauprojekten des Mietshäusersyndikats im Stadtteil Gutleutmatten wollen wir die Wohnungen flexibel anlegen, so dass etwa eine 5-Zimmer-Wohnung für eine Familie bei Auszug der Kinder in eine Wohngemeinschaft oder kleinere Wohnungen umdefiniert werden kann. Die voraussichtliche Nutzungsdauer eines derartigen Mietshauses sowie die biographischen Veränderungen seiner Bewohner*innen macht Grundstandards barrierefreien Wohnens unabdingbar – denn in unserem Wohnprojekt wollen wir den sozialen Zusammenhalt auch auf längerfristige Sicht stark machen. Wir setzen großen Wert auf gemeinschaftliches Wohnen und Leben: Unabhängigkeit von den Zumutungen des Wohnungsmarktes und Selbstbestimmung im urbanen Leben ist unserer Ansicht nach nur zusammen machbar.

Wohnen ist und bleibt politisch! Diese Herausforderung wollen und können wir nur durch gelebte Solidarität in unserer Gruppe, aber auch in unserem neu entstehenden und sich stetig wandelnden Sozialraum Stühlinger erreichen. Wir wollen auch aktiv in das Quartier hineinwirken, etwa indem wir Freiräume für kulturelle Initiativen  und / oder gemeinschaftliche Arbeitsplätze (sog. Co-Working-Spaces) in unserem Haus mitplanen und für Interessierte öffnen oder einfach nur, indem wir in unserem Gemeinschaftsraum Raum für Feste und Veranstaltungen im Stadtteil bieten. 

Wohnen ist und bleibt politisch! Das sieht man am deutlichsten an jenen sozialen Gruppen, die Schwierigkeiten haben, auf dem freien Wohnungsmarkt Wohnungen oder Zimmer zu finden. Auch in diesem Problemfeld wollen wir uns solidarisch und engagiert zeigen, indem wir anhand eines gemeinsam erarbeiteten Konzepts mit einem sozialen Träger (Wohngruppenverbund Freiburg – www.wohngruppenverbund.de) kooperieren, um Wohnungen/ Wohngemeinschaften für junge Menschen in unserem Mietshaus einzurichten, die nach der Verselbständigung aus der stationären Jugendhilfe, gem. § 27 ff SGB VIII, aufgrund ihrer Biographie keinen Wohnraum in Freiburg finden können. Wir wollen damit sicherstellen, dass es den Jugendlichen durch gesicherten Wohnraum ermöglicht wird, eine Berufsausbildung oder ein Studium in Freiburg absolvieren zu können. Durch die Begleitung durch das Fachteam des Wohngruppenverbundes kann der Übergang in das selbständige Wohnen stabilisiert und begleitet werden. Die Nähe zum Bahnhof, die vielen Berufsschulen vor Ort sowie die Attraktivität des Viertels für junge Leute sind dabei Gegebenheiten, die unser Wohnprojekt mit den Gegebenheiten des Stadtteils verbinden. Diese Formen der praktischen Solidarität nach innen und nach außen sind unserer Ansicht nach am besten in gemeinschaftlicher Selbstverwaltung zu realisieren. Diese wollen wir in unserer Projektgruppe und in unserem Mietshaus durch basisdemokratische Elemente in die Tat umsetzen.  Hierfür ist ein gewisser Grad an Verbindlichkeit und Realismus von Nöten, das MietshäuserSyndikat bietet uns hierfür den idealen Ordnungsrahmen und lässt uns trotzdem die nötige Autonomie und Selbstverwaltung. 

Die Häuser denen, die darin wohnen!

Die Gruppe Urs*ix im Juli 2020